Garten- und Landschaftsbau Daniel Wolff

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Bäume pflanzen im Herbst: Welche Arten in der Mecklenburgischen Schweiz auf Sand und Lehm wachsen

„Pflanzen wir den Baum lieber im Frühjahr, wenn es wärmer ist?" Diese Frage höre ich jeden Herbst. Meine Antwort: Wer in der Mecklenburgischen Schweiz Bäume pflanzen will, ist im Oktober und November genau richtig. Ob der Baum in zehn Jahren prächtig dasteht oder vor sich hin kümmert, entscheidet aber weniger der Monat als der Boden. Und der wechselt bei uns zwischen Teterow, Malchin und Jördenstorf oft schon innerhalb eines Grundstücks: oben die sandige Kuppe, unten der schwere Lehm. Hier lesen Sie, wie Sie Ihren Boden selbst einschätzen, welche Arten wohin passen und welche Fehler Sie sich sparen können.

Frisch gepflanzter junger Laubbaum mit gelbem Herbstlaub, gesichert mit drei Holzpfählen und Kokosstrick, davor Pflanzscheibe mit Gießrand und ein Spaten im Aushub aus Sand und Lehm, im Hintergrund Feldsteinmauer und Backsteinscheune

Warum der Herbst die bessere Pflanzzeit ist

Im Oktober hat der Boden noch die Wärme des Sommers gespeichert, während die Luft schon kühl ist. Genau das mögen junge Bäume. Oben wirft der Baum sein Laub ab und verdunstet kaum noch Wasser. Unten bilden sich weiter feine Wurzeln, solange der Boden nicht durchfriert — bei unseren meist milden Wintern oft bis in den Dezember hinein. Im Frühjahr startet der Baum dann mit Wurzeln, die schon im Boden angekommen sind, und kann den Austrieb aus eigener Kraft versorgen.

Ein Baum, den Sie im April setzen, muss beides gleichzeitig: anwachsen und austreiben. Kommt dann ein trockener Mai, wie wir ihn in den letzten Jahren öfter hatten, hängen Sie wochenlang mit der Gießkanne am Baum. Der Herbstbaum dagegen bekommt den Winterregen gratis. Dazu kommt: Wurzelnackte Bäume und viele Ballenpflanzen gibt es in den Baumschulen überhaupt nur in der Ruhezeit, und im Herbst ist die Auswahl am größten.

Ehrlicherweise gibt es Ausnahmen. Frostempfindliche Gehölze und immergrüne Arten setze ich lieber im Frühjahr. Und auf einem nassen Lehmboden, auf dem im Winter das Wasser steht, ist ein Frühjahrstermin manchmal die bessere Wahl. Für die heimischen Laubbäume und Obstbäume, um die es hier geht, gilt aber: Oktober und November sind ideal, solange der Boden offen und nicht gefroren ist.

Sand oder Lehm? Die Spatenprobe in fünf Minuten

Die Mecklenburgische Schweiz ist eine Landschaft, die das Eis der letzten Eiszeit hinterlassen hat. Auf den Kuppen liegt oft lockerer, sandiger Boden, der Wasser schnell durchlässt. In Senken und auf den flacheren Flächen findet man häufig schweren Geschiebelehm, der Wasser lange hält. Wer bei Neukalen am Hang baut, hat oft ganz andere Erde als der Nachbar unten am Feldrand. Deshalb ist eine allgemeine Pflanzliste wenig wert, wenn man den eigenen Boden nicht kennt.

So prüfen Sie ihn selbst:

  • Spatenstich: Stechen Sie dort, wo der Baum hin soll, einen Spaten tief aus (etwa 30 bis 40 Zentimeter). Lässt sich der Spaten leicht hineindrücken und rieselt die Erde vom Blatt, ist der Boden sandig. Müssen Sie mit dem Fuß nachtreten und bleibt ein glatter, klebriger Klumpen am Spaten, haben Sie Lehm.
  • Rollprobe: Nehmen Sie eine Handvoll feuchte Erde und versuchen Sie, eine fingerdicke Wurst zu rollen. Sand knirscht und zerfällt sofort. Lehmiger Sand hält kurz und bricht dann. Lehm lässt sich gut formen, fühlt sich etwas samtig an und glänzt an der Oberfläche.
  • Wassertest: Füllen Sie das Loch mit einem Eimer Wasser. Ist es nach kurzer Zeit versickert, ist der Boden durchlässig, auf Sand manchmal schon zu sehr. Steht das Wasser am nächsten Morgen noch, ist der Boden verdichtet oder staunass. Das ist der wichtigste Befund von allen, denn Staunässe vertragen die wenigsten Bäume.

Zum Merken: Nicht der Baum muss zum Garten passen, sondern zum Boden an genau dieser Stelle. Fünf Minuten mit dem Spaten sparen Ihnen Jahre mit einem Baum, der nicht wachsen will.

Welche Bäume auf Sand wachsen — und welche auf Lehm

Ich setze am liebsten heimische und robuste Arten. Sie kommen mit unserem Wechsel aus trockenen Sommern und nassen Wintern zurecht, und Vögel und Insekten haben auch etwas davon.

Für sandige, trockene Standorte:

  • Eberesche (Vogelbeere): anspruchslos, bleibt mittelgroß, Beeren im Herbst. Passt gut in kleinere Gärten.
  • Trauben- und Stieleiche: Eichen kommen mit Sand gut zurecht, weil sie tief wurzeln. Bedenken Sie aber, wie groß sie werden. Eine Eiche ist ein Baum für Generationen und braucht Platz.
  • Feldahorn: verträgt Trockenheit und Hitze erstaunlich gut, bleibt eher klein und lässt sich schneiden. Auf lehmigem Sand fühlt er sich besonders wohl.
  • Sandbirke: wächst auf sehr magerem Boden, wird aber hoch und lässt viel fallen. Eher für große Grundstücke.

Für lehmige, frische Standorte:

  • Hainbuche: mag Lehm, wächst als Baum genauso gut wie als Hecke und verträgt auch etwas Schatten.
  • Stieleiche: auf tiefgründigem Lehm in ihrem Element.
  • Feldahorn und Winterlinde: beide auf nährstoffreichem Lehm sehr zuverlässig. Die Linde braucht allerdings deutlich mehr Platz.
  • Schwarzerle: nur dort, wo es wirklich dauerhaft feucht ist, etwa am Graben oder in der nassen Senke.

Obstbäume: Auf den alten Höfen der Region stehen noch viele Apfelsorten, die das hiesige Klima seit Generationen kennen, zum Beispiel Pommerscher Krummstiel, Gravensteiner oder Prinzenapfel. Fragen Sie in der Baumschule nach alten norddeutschen Sorten. Auf Sand ist ein Hochstamm auf starkwachsender Unterlage die bessere Wahl, weil er tiefer wurzelt und Trockenheit besser übersteht. Pflaumen und Zwetschgen kommen auch auf schwererem Lehm gut zurecht.

Die drei häufigsten Pflanzfehler

1. Zu tief gepflanzt. Das sehe ich am häufigsten. Die Oberkante des Ballens gehört genau auf Höhe des Geländes, bei Obstbäumen muss die Veredlungsstelle (die Verdickung unten am Stamm) eine Handbreit über der Erde bleiben. Auf schwerem Lehm setze ich den Baum sogar ein wenig höher, weil sich der Boden noch setzt. Das Pflanzloch darf gern doppelt so breit sein wie der Ballen, aber nicht tiefer. Auf Lehm rauen Sie die Wände des Lochs mit der Grabegabel auf. Sonst wachsen die Wurzeln im lockeren Pflanzloch im Kreis wie in einem Blumentopf.

2. Zu nah an Haus oder Leitung. Ein Baum, der heute zwei Meter hoch ist, hat in zwanzig Jahren eine Krone von zehn Metern. Planen Sie mit der Größe, die er am Ende erreicht, nicht mit der von heute. Zu Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen gilt als Faustregel aus dem Regelwerk rund 2,5 Meter Abstand vom Stamm. Fragen Sie vor dem Graben nach, wo Leitungen liegen, gerade auf älteren Hofstellen, wo es oft keinen Plan mehr gibt. Und sprechen Sie mit dem Nachbarn, bevor ein großer Baum an die Grenze kommt.

3. Kein Pfahl gegen den Wind. Bei uns weht der Wind meist aus West bis Südwest, und auf den freien Kuppen kräftig. Ohne Halt wackelt der Ballen bei jeder Böe, und die frischen Feinwurzeln reißen immer wieder ab. Ein Hochstamm bekommt deshalb einen Pfahl auf der Westseite. Den schlagen Sie ein, bevor Sie den Baum ins Loch setzen, damit Sie den Ballen nicht durchstoßen. Gebunden wird locker mit Kokosstrick als Acht, damit nichts einschnürt. Größere Bäume bekommen einen Dreibock aus drei Pfählen. Nach zwei bis drei Jahren kommt die Stütze wieder weg.

Zum Schluss den Baum kräftig einschlämmen, einen Gießrand anlegen und auch im Herbst gießen, wenn es länger trocken bleibt. Auf dem Land lohnt sich außerdem ein Drahtkorb gegen Wühlmäuse und eine Manschette gegen Wildverbiss, denn Rehe und Hasen mögen junge Rinde.

Das können Sie selbst — und wann Sie mich rufen sollten

Ehrlich gesagt: Einen Hochstamm bis etwa 10 bis 12 Zentimeter Stammumfang setzen Sie gut selbst. Mit Spaten, Pfahl, Kokosstrick und dieser Anleitung ist das an einem Vormittag erledigt, am besten zu zweit. Dafür brauchen Sie mich nicht.

Rufen Sie mich, wenn …

  • ein großer Solitär gepflanzt werden soll: Ab einer gewissen Größe wiegt der Ballen mehrere Zentner. Dann braucht es Maschine, Dreibock und Erfahrung, damit der Baum gerade und sicher steht.
  • eine Ersatzpflanzung nach einer Fällung ansteht: Hat die Gemeinde eine Ersatzpflanzung auferlegt, sind Art, Größe und Frist oft vorgegeben. Ich kümmere mich um Auswahl und Pflanzung und achte darauf, dass der neue Baum nicht in den alten Wurzelstock gesetzt wird. Wie Fällung und Ersatz zusammenhängen, lesen Sie im Beitrag Baum fällen im Herbst: Warum Oktober bis Februar die richtige Zeit ist.
  • der Boden verdichtet ist: Auf Neubaugrundstücken, wo Bagger und Lkw gefahren sind, steht im Wassertest oft das Wasser. Dann hilft kein größeres Pflanzloch, sondern nur eine echte Bodenlockerung und manchmal eine Drainage.
  • Sie gleich mehrere Bäume oder eine ganze Pflanzung planen: Dann lohnt sich ein Plan, der Boden, Platz und spätere Pflege zusammendenkt.

Mehr zu Pflanzung, Wegen, Mauern und Terrassen finden Sie auf der Seite Garten-Bau.

Der einfachste erste Schritt, ob in Teterow, Malchin, Güstrow, Dargun oder Gnoien: Schicken Sie mir ein Foto vom geplanten Standort, am besten mit Haus oder Grenze im Bild und einem Foto der Spatenprobe. Dann sage ich Ihnen, welche Art dort passt und ob Sie das selbst schaffen. Auf Wunsch komme ich kostenlos vorbei — mit Festpreis für die Pflanzung. Ein Tipp: Wer im Oktober anfragt, pflanzt noch, bevor der Boden friert.

Kurz gesagt: Oktober und November sind die beste Pflanzzeit, weil der Boden noch warm ist, der Baum bis zum Frühjahr Wurzeln bildet und Sie weniger gießen müssen. Prüfen Sie den Boden mit Spatenstich, Rollprobe und Wassertest. Auf Sand passen etwa Eberesche, Eiche und Feldahorn, auf Lehm Hainbuche, Stieleiche, Feldahorn und Linde, dazu alte norddeutsche Obstsorten. Nicht zu tief pflanzen, Abstand zu Haus und Leitungen halten, Pfahl auf der Windseite setzen.

Autor: Daniel Wolff, Garten- und Landschaftsbau, Jördenstorf. Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Die Hinweise zu Abständen und Ersatzpflanzungen ersetzen keine rechtliche Beratung; maßgeblich sind die Vorgaben Ihrer Gemeinde und der Leitungsbetreiber.

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